Kiras Tagebuch

 

Kiras Tagebuch - Geheimnisse der Wirklichkeit

 
Kira - Eintrag 1

Mein heutiger Tag...

Erneut klingelt der Wecker und reißt mich wie eigentlich jeden Morgen unsanft aus dem Schlaf.

Dabei war die Nacht doch viel zu kurz - das müsste mein Wecker doch eigentlich wissen...

...denn ich habe die halbe Nacht vorm TV gesessen und mich wie jeden Abend alleine damit begnügt, etwas für mein Allgemeinwissen und meiner Seelenzufriedenheit zu tun. Okay, die ganz Tüte Chips hätten es nicht unbedingt sein müssen, aber sie waren einfach zu lecker...

Noch halb im Tiefschlaf ergriff ich mein Handy und stellte den Wecker aus. Oh, was ist das denn? Ich habe eine Nachricht erhalten?...

...Ja, ich habe vor langer Zeit eine Datingapp bei mit installiert und hoffte somit auf die große Liebe. Aber fast ein Jahr später erreichte mich nun wirklich einmal eine Anfrage? Und ich dachte mir all die Zeit schon, dass es vielleicht an mir liegen könnte, dass sich kein attraktiver Mann bei mir meldet. War ich vielleicht unattraktiv?

Bevor ich jedoch die Nachricht las, mich aber immer noch darüber wunderte, zugleich auch ein wenig freute, denn das Bild von dem Mann gefiel mir auf Anhieb, auch wenn es auf dem Sperrbildschirm recht klein war und meine Augen vom Schlaf noch ein wenig verklebt schienen, entschloß ich mich erstmal dazu, einen Kaffee zu kochen....

Ende
Mein heutiger Tag...
 
Kira - Eintrag 2

Der Kaffe läuft ewig durch ...

.... ich warte.

Ich warte darauf, dass ich endlich in den Genuss des frisch gekochten Kaffes kommen kann - aber heute braucht es ewig.
Ich entschloss mich, während ich warten musste, mein Handy zu nehmen und nachzuschauen, wer mich da kontaktiert hat.

Gespannt war ich ja schon. Aber auch ein wenig unsicher, die Angst hat mich begleitet. Ich bin schon lange Single und stellte mir gedanklich gerade vor, wie es wohl in einer neuen Partnerschaft sein würde.

Muss ich jedem gleich erzählen, dass ich ein wenig chaotisch und unstrukturiert bin?

Schnell habe ich den Gedanken wieder verworfen. Besser gesagt, verwerfen müssen, da mein Festnetztelefon klingelte.

Ich legte mein Handy bei Seite und eilte zum Telefon.

Wenn ein Tag so anfängt, sollte man im Bett bleiben, so war mein Gedanke nach dem Telefonat.

Den Kaffe konnte ich nun nicht mehr genießen und die Nachricht auf meinem Handy nicht mehr in Ruhe lesen ...

... Die Besprechung in der Firma wurde früher angesetzt, so dass ich nun schnell fertig werden muss.

Eigentlich musste ich nur selbst mit mir fertig werden, denn ich sah nach dem Aufstehen aus, wie eine Person, der der Föhn explodiert war. Ersteinmal schnell ab unter die Dusche.

Ende
Der Kaffe läuft ewig durch ...
 
Kira - Eintrag 3

Duschen mit Folgen ...

Ich eilte unter die Dusche und übersah, dass auf dem Boden noch Schuhe von mir standen.
Dieses chaotische in mir musste sich ja eines Tages mal an mir rächen. Und genau heute, wo das wichtigste Meeting des Jahres anstand, ist es dann wohl mit der Rache so weit.

Ich stolperte über meine Schuhe und detschte mit den Kopf am Badezimmerschrank.
Na super. Nun sah ich nicht nur aus wie eine Person, welche vor einem explodierten Föhn gestanden hat, sondern zusätzlich auch wie eine Person, welche versucht hat, sich die Augenbrauen mit Wachs zu entfernen.

Es tropfte Blut, die Augenbrauen waren nicht mehr zu sehen und ich verspürte Schmerzen.

Dusche ade, sagte mir mein Inneres. Ab ins Schlafzimmer, die olle Jogginghose an, ein Shirt drüber und ab zum Arzt. Es sah so aus, als ob es genäht werden müsste – verdammt dachte ich mir nur. Erst gestern habe ich in meinem Wochenhoroskop gelesen, dass meine Sterne nicht ganz so rosig für mich stehen würden. Hätte ich das Mal ein bisschen ernster genommen. Aber nein, für mich war das Wochenhoroskop nur eine willkommene Abwechslung zu den Themen, welche ich in der Zeitung eh nicht verstanden habe.

Das muss sich ändern dachte ich so bei mir und beschloss, dass alles in Zukunft etwas ernster zu nehmen ...

Ende
Duschen mit Folgen ...
 
Kira - Eintrag 4

Ab ins Auto und zum Arzt ...

Dummer konnte ein Tag nicht starten. Nun ist es zu spät und das hinterliegende gehörte zu meiner Vergangenheit. Nun rannte ich mit Jogginghose, Shirt und alten Schuhe blindlings in mein Zukunft.

Beim Auto angekommen merkte ich, ich habe mein Handy vergessen. Verdammt dachte ich so bei mir und überlegte kurz, ob ich es schnell holen sollte?

Nein, sagte meine innere Stimme. Du hast einen Termin in der Firma, es eilt. Ich entschloss mich also, dass Handy liegen zu lassen und schnell zum Arzt zu kommen.

Die ganze Zeit ging mir etwas nicht aus dem Kopf, während ich zum Arzt fuhr. Wenn mein Wochenhoroskop recht mit dem hatte, was mir passieren würde, hat mein Wochenhoroskop dann auch recht mit dem, was da noch stand? Ich würde die Liebe meines Lebens antreffen, so in etwa war der Wortlaut im Wochenhoroskop.

Irgendwie war ich nun etwas verunsichert. Kann es wirklich sein, dass man sehen kann, was in der Zukunft geschieht? Ist es nur ein Zufall oder leide ich gerade unter Kaffeeentzug?

Ich musste meinen Gedankengang an dieser Stelle erst einmal unterbrechen. Denn so ein ... nahm mir die Vorfahrt. Die Vorfahrt genau an der Stelle, wo der einzigste freie Parkplatz vor der Arztpraxis war, welche ich soeben erreichte.

Ich fluchte laut und dann war es schon zu spät.

Es knallte fürchterlich und ich vernahm nur noch, wie sich mein Auto von alleine bewegte ...

... Ein SUV rammte mich am Hinterteil. Ich dachte nur noch was für ein Glück. Es war nicht mein Hinterteil sonder das von meinem Auto.

Und wieder kamen mir die Zeilen des Wochenhoroskops in den Kopf geschossen ...

Ende
Ab ins Auto und zum Arzt ...
 
Kira - Eintrag 5

Blech kontra Kopfschaden

Was war wichtiger. Die kaputten Augenbrauen kosmetisch mit einem Verband abzudecken, oder aber das Hinterteil meines Autos finanziell abzusichern?

Da ich in Eile war, entschloss ich mich dazu, den SUV Fahrer darum zu bitten, seine Adresse zwecks Versicherungsdaten Austausch in der Arztpraxis zu hinterlegen.

Ich stieg erneut in mein Auto ein, um diesen schnell zu parken.

Mein Auto war ohnehin schon kaputt, so das es mich auch nicht mehr wirklich störte, den Wagen in der Eile des Gefechtes auch noch gegen den Bordstein zu rammen. Platter Reifen, was möchte man heute denn heute noch mehr erwarten?

Als ich rot im Gesicht anlaufend meinem PKW verließ, da der SUV Fahrer die Aktion mit dem Bordstein gesehen hatte, hörte ich ihn noch zurufen: „was für eine ... Frau“.

Hätte ich Zeit gehabt, wäre ich nicht einfach gegangen, sondern hätte mir den SUV-Fahrer ernsthaft zur Brust genommen und ihn über den Missstand seiner Kleidung aufgeklärt. Aber egal ...

... Auf den Weg hetzend zur Praxis hoch, viel mir auf, dass der SUV Fahrer eigentlich ganz toll aussah. Ich dachte so bei mir, seine Adresse würde ich ja bekommen.
Mit diesem Hintergedanken musste ich für mich ein wenig das Grinsen anfangen und merkte nicht, dass ich schon in der Arztpraxis vorm Tresen stand, als mich dort eine Auszubildende fragte, ob mir beim Unfall ein Lachnerv eingeklemmt worden ist.

Und ja, sie fragte mich so laut, dass alle anwesenden das mitbekamen und vor sich hin kicherten ...

... rot ist nicht rot genug, so kam es mir vor, als mein Gesicht anschwoll und mehr Rottöne aufwies, als jede Farbskala sie jemals aufweisen würde.

Ich wollte gerade losschreien, als ...

Ende
Blech kontra Kopfschaden
 
Kira - Eintrag 6

Die Engel zum Ersten ...

... ich eine Stimme rufend hörte: "Kommen Sie bitte in den Untersuchungsraum, bevor Sie uns den ganzen Boden mit Ihrem Blut vollkleckern".

Ich folgte dem Aufruf und ging in den Untersuchungsraum, setzte mich hin und wartete auf die Ärztin.

Kurze Zeit später trat eine etwas ältere Person, die Ärztin in den Raum schaute mich an und meinte nur: „Gratulation. Sie haben soeben eine kostenlose Naht gewonnen".

"Yipii", erwiderte ich und wollte schon heimlich die Flucht antreten, als die Ärztin von sich gab: „eine Betäubung können wir da leider nicht vornehmen ...“
“... Sie werden es aber überleben, denke ich“.  Grinsend griff sie in eine Schublade und holte, mein Reparaturset heraus.

"Einmal hinlegen bitte" sagte sie zu mir, was ich ausnahmsweise mal ohne Widerworte machte.

Und dann zum ersten Male in meinen Leben erschien mir ein Engel. Das muss kurz nachdem erfolgt sein, wo die Nadel mich traf und der erste Faden sich durch meine Augenbrauen schlich.

Der Engel war netter und humorvoller als die Ärztin. Zumindest soweit ich das mitbekommen habe. Ich fragte den Engel, ob ich bereits Tod sei? Dieser verneinte dieses über seine Gedanken, nicht über ein gesprochenes Wort.
Bevor ich weitere Fragen stellen konnte drängte sich in mein Gehirn ein: „Halte einfach mal die Klappe ...“. Mir war bisher nicht bewusst, dass Engel auch nicht so nette Worte von sich geben können.

Aber ich folgte ihm und lauschte dessen, was er mir sagen wollte ...

Ende
Die Engel zum Ersten ...
 
Kira - Eintrag 7

Wir sind nicht alleine ...

... so könnte man es von sich geben, als der Engel mir seine Botschaft Gottes mit auf dem Weg gab.

Aufwachen und einen leichten Klatscher ins Gesicht vernahm ich, als die Ärztin versuchte, mich aus meinem „Koma“ zu entreißen.

In diesem Moment war ich mir nicht wirklich sicher, ob ich darüber erfreut oder verärgert sein sollte. Denn die Botschaft des Engels war nicht ganz verkündet worden.

Die Ärztin fragte mich, ob alles mit mir ok sei. Reichte mir ein Glas Wasser welches ich trinken sollte und erwähnte beiläufig und fragend, mit wem ich denn die ganze Zeit über geredet habe.

Ich schaute die Ärztin nur an, erwiderte nichts. "Sie dürfen gehen", sagte sie zu mir. Ich stand auf, verließ den Untersuchungsraum und begab mich auf dem Weg zum Empfang, wo immer noch die Auszubildende saß. Jedoch lachte sie mehr als zu dem Zeitpunkt, wo ich die Praxis betrat.

"Dieser Zettel hier wurde für Sie von einem Mann abgegeben", sagte sie und reichte mir diesen zu.

Ihr neuer Termin ist dann in 2 Wochen um die Fäden zu entfernen, fügte sie an. Gabriel war sein Name.

Ich fragte die Auszubildende: „Der Name von dem Mann, der den Zettel hier für mich abgab?“. "Nein" äußerte sie. "Der Name des Schutzengels mit dem Sie gesprochen hatten ..."

Nicht das alle in der Praxis anwesenden Personen diese Aussage der Auszubildenden mitbekommen hätten. Nein, das wäre nicht das schlimmste gewesen.
Über die Farbe Rot in meinem Gesicht hatte ich mich ja schon ausgelassen. Aber das meine Augen nun größer als ein Teller wurden, war mir bis hier hin auch noch neu.

Immerhin hatten zumindest alle anderen in der Praxis ihren Spaß. Sie hatten mal wieder etwas zu lachen. Vielleicht hätte ich für die von mir dargebotene Lachkur von allen Beteiligten ein anteiliges Arzthonorar auszahlen lassen sollen ...

Ich verließ die Praxis und ...

Ende
Wir sind nicht alleine ...
 
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